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Land- und Forstwirtschaft als CO2-Binder

Kennen Sie Mauna Loa? Wissen Sie, wie hoch die mittlere CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre ist? Vielen Freunden habe ich in letzter Zeit Messkurven der über jeden Zweifel erhabenen wissenschaftlichen Einrichtungen, z.B. der Messstation auf Mauna Loa in Hawaii, gezeigt und musste feststellen, dass sie weitgehend unbekannt sind. Tausende Wissenschaftler befassen sich mit dem Klimawandel, der überwiegende Teil davon vermutlich Geisteswissenschaftler, ohne Kontakt zu den Primärdaten und ständig damit befasst, auf einer von den Fakten losgelösten Ebene Folgerungen für Politik und Gesellschaft abzuleiten. Wenn Politik nach Grundlagen sucht - in den Basisdaten sind sie vorhanden. Sie zeigen, dass die CO2-Konzentration jährlich steigt. Aber sie enthalten noch viel mehr, und darin liegt der eigentliche Wert dieser Messreihen: Die CO2-Konzentration auf Hawaii folgt seit Beginn der Messungen einem immer gleichen Jahresverlauf: in den Monaten September bis April steigen die Werte kontinuierlich um ca. 10 Einheiten (ppm) an, um dann in den Folgemonaten Mai bis September um ca. 8 Einheiten (ppm) zu sinken. Daraus ergibt sich der mittlere jährliche Anstieg von ca. 2 Einheiten (ppm) CO2 in der Atmosphäre. Die Monate Mai bis September sind, vor allem in den gemäßigten nördlichen Breiten, die Monate des Wachstums, die sommergrünen Wälder stehen im Laub und auf den Äckern wachsen die Feldfrüchte. Offensichtlich binden die Pflanzen der nördlichen Hemisphäre rund 80% der CO2-Menge, die während des Jahres zusätzlich freigesetzt wird, zusätzlich zu den viel größeren Mengen CO2, die im Kohlenstoff-Stoffwechsel der Welt im Gleichgewicht stehen. Was wäre, wenn wir den CO2-Verbrauch - also die Produktivität der Pflanzen - steigern könnten? Was wäre, wenn wir technische Prozesse etablierten, die - wie Pflanzen - der Luft CO2 entnehmen und zu Energieträgern umwandeln (Power-to-Gas/Power-to-Liquid, technische Photosynthese)?

Was folgt politisch aus diesen Überlegungen?

Für die Landwirtschaft: Möglichst hohe Flächenerträge im Ackerbau erwirtschaften.

Für die Forstwirtschaft: Wälder aufforsten und verjüngen, rekultivieren, Holz als Baustoff und nicht als Energieträger verwenden.

Für die Energiewirtschaft: Wasserstofftechnologie und Kohlenstoffchemie weiterentwickeln.

Für die Antriebstechnologien: Ergebnisoffene Entwicklung von Energiemaschinen betreiben, ob Verbrennungsmaschine, Brennstoffzelle oder andere Energieprozesse, Effizienz steigern.

Für den Emissionshandel: Einnahmen jährlich zu 80% (fixiertes CO2) an Landwirtschaft, Forsten und andere CO2-Fixierer ausschütten, nur 20% für kompensatorische Maßnahmen der Politik nutzen.

Aus den Überlegungen kann man einen CO2-Preis ableiten, er entspricht den Kosten, um eine Tonne CO2 in Land- und Forstwirtschaft oder mit entsprechenden Technologien zu binden.

Wir sollten versuchen, die Diskussion wieder auf die Füße zu stellen, zurück zu den Wurzeln.

 

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