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Innovative Wege gehen

Eine Region, die als innovativ und zukunftsorientiert gilt, ist auch für junge Familien und Unternehmen attraktiv. Als unumstritten gilt bereits heute – neben zum Beispiel einer guten Kinderbetreuung, regelmäßige, verlässliche Bahn- und Busverbindungen oder einem gut zu erreichenden Autobahnanschluss – das schnelle Internet als entscheidendes Kriterium, um eine Region überhaupt als zukünftige Heimat in Betracht zu ziehen. Der flächendeckende Anschluss an ein leistungsstarkes Breitbandnetz ist allerdings eine nachzuholende Hausaufgabe und kein Aushängeschild für eine technikoffene Verwaltung. Die Bürgermeister der Region Verden sollten vielmehr aktiv auf Unternehmen, Forscher und Tüftler zugehen, um diese einzuladen, sich in unserer Region auszuprobieren.

Wer etwas probiert, kann auch scheitern. Aber das sollte man nicht gleich als Versagen brandmarken, wie es leider in Deutschland häufig der Fall ist. Neue Wege gehen – da drängen sich Möglichkeiten geradezu auf. Hier nur zwei Beispiele: intelligente Beleuchtung und Solarwege. Anstatt in endlosen Sitzungen darüber zu sinnieren, wie lange die Beleuchtung von Rad- und Fußwegen zu welcher Jahreszeit oder Witterung angemessen, notwendig oder wünschenswert ist, sollte man gezielt nach externen Kooperationspartnern suchen. Hier könnten sich zum Beispiel die Entwickler von intelligenten Beleuchtungssystemen „austoben“ und die Beleuchtung den individuellen Bedürfnissen der Nutzer anpassen. Eine Straßenlaterne informiert die nächste: „Da kommt ein Fußgänger, Licht an!“ Hat dieser den Bereich passiert, schaltet die intelligente Laterne das Licht wieder aus. Ausschlaggebend ist hierbei nicht nur eine Ressourcenschonung, sondern schlicht der aktive Bedarf des Einzelnen. Zweites Beispiel: Andere sind uns bereits um mehr als eine Nasenlänge voraus und erproben zum Beispiel Solarradwege, die neben der Stromerzeugung nicht nur Lärm schlucken, sondern auch die Fahrbahn frei von Schnee und Eis halten. Außerdem können die in den Solarteppich eingebauten Sensoren bei größeren Straßen einmal Verkehrsströme messen und damit helfen, Ampelschaltungen zu optimieren, oder auch die Möglichkeit bieten, dass sich Elektroautos automatisch aufladen lassen.

Das ist zum Teil noch Zukunftsmusik. Aber müssen erste größere Projekte in China, Los Angeles oder im Silicon Valley von deutschen Tüftlern realisiert werden? Warum nicht hier in der Region Verden? Ich möchte eine offene, positive Einstellung der Region Verden gegenüber Innovationen. Eine solche Einstellung bringt die Region auch überregional in die Köpfe von Investoren, Familiengründern und Startups. Vielfältige Chancen, sich auszuprobieren, bietet beispielsweise die Entwicklung von neuen Wohn- oder Gewerbegebieten. Sucht ein Erfinder einen Partner, um neue Wege zu gehen, sollte er bei seinen Überlegungen an der Region Verden nicht vorbeikommen.

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