Skip to main content

Demokratieverständnis der Fridays for Future Bewegung

Fridays for Future Verden hat meine Einladung zu einer öffentlichen Diskussion - auch online- über Klimawandel und Klimaschutz rigoros abgelehnt, weil ich in einer Landtagsrede vor sechs Jahren bestritten hätte, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Erst wenn ich das öffentlich widerrufe, wollen sie mit mir sprechen. Ich finde das sehr befremdlich und traurig. Erst hatten sie mich zu ihrer Demonstration aufgefordert, dann verweigern sie jede inhaltliche Auseinandersetzung und wollen anscheinend nur billigen Applaus.

Ich meine jedoch: Politiker, die junge Menschen und ihre Anliegen ernst nehmen, diskutieren mit ihnen, anstatt ihnen aus Opportunismus nach dem Mund zu reden.

Ich soll mich also öffentlich distanzieren von dem, was ich einmal vor sechs Jahren gesagt hatte. Abgesehen davon, dass mich das an Aufforderungen an Ketzer vor Hunderten von Jahren erinnert, sage ich heute:

Die Rede, die ich vor sechs Jahren im Niedersächsischen Landtag gehalten habe, würde ich so nicht wieder halten. Nach meiner Auffassung ist es unstrittig, dass ein Teil des Klimawandels menschengemacht ist. Wie groß dieser Anteil allerdings ist, kann weltweit niemand bewerten.

Im Namen des Klimaschutzes werden weltweit, besonders in Deutschland, Milliarden Steuergelder ausgegeben und wird in die Wirtschaft massiv eingegriffen.

Da darf es - auch um des politischen Klima willen - kein Denk- und Diskussionsverbot geben; zum Beispiel darüber, wie viele Arbeitsplätze es einer Gesellschaft wert ist, den Temperaturanstieg alleine mit nationalen Maßnahmen um 0,0001 Grad (oder weniger) zu dämpfen, ob es tatsächlich angemessen ist, aus der Erzeugung von Strom aus Kern- und Kohlekraftwerken in Deutschland auszusteigen, um für den nationalen Bedarf Strom aus dem Ausland zu importieren, der zuvor mit deutlich höheren CO2 Emissionen - mit exakt derselben Technologie, nur weniger effizient - erzeugt wurde.

Über diese und viele andere Fragen muss in einer demokratischen Gesellschaft gestritten werden. Gefragt scheint derzeit allerdings mehr bei Politikern und Medien die Anbiederung an simple Parolen.

Dass dieser demokratische Dialog von jungen und alten Klimaaktivisten nicht gewünscht ist, sagt mehr über deren Selbstverständnis und Toleranz aus als ihnen lieb sein kann.

Zurück